Was mein Blog Stress mit Deinem Alltagsstress zu tun hat

Wenn Glaubenssätze Dir Deine Energie rauben

Da sitze ich nun vor meinem Laptop – gefühlt das einhundertste Mal in den letzten vier Wochen und starre auf die leere Seite eines Word Dokuments. Ich bin beim dritten Kaffee. Also liegt mein Herzrasen vielleicht eher daran, als an dem Umstand, dass mir seit zwei Stunden nichts Sinnvolles einfallen will. Dabei hatte ich doch gestern erst wieder den Impuls: Darüber muss ich einen Blogartikel schreiben! Kennst Du diese Gedankenblitze, die einen durchzucken – so kraftvoll und überzeugend, dass Du ganz sicher bist, dass Du dies tun wirst. Und dann einige Wochen oder gar Monate später, fällt Dir ein: Ach, ich wollte  doch noch…

 

Wer hatte eigentlich die verrückte Idee zu bloggen?

 

Wer die Idee hatte, dass ich einen Blog führen müsse, lässt sich das gar nicht mehr genau fest stellen. Klar war, dass es Zeit ist an mehr Sichtbarkeit zu arbeiten. Ich leiste eine tolle Arbeit. Dies zeigen die vielen dankbaren Feedbacks. Aber zu mir zu finden, bedarf einiger Anstrengungen. Eine neue Website, ein Logo-Refresh und wieder mehr Regelmäßigkeit bei Facebook und Instagram sollen also Abhilfe schaffen. Irgendwie hat sich in die Aufzählung dieser Aktionen auch ein Blog gemogelt. Einfach so. Unreflektiert. Unaufgefordert. Da war er, der Gedanke einen Blog zu schreiben. Immer wenn ich darüber nachdenke, spüre ich in mir eine bejahende Haltung. Ja, ein Blog ist willkommen. Aber warum nur, fällt es mir dann so schwer, mit dem Schreiben anzufangen? Und während ich über diese Frage sinniere, beginnen meine Gedanken zu wandern….

 

Wie mein Blog zu einem Stressfaktor wurde

 

Jeder von uns hat Stress schon einmal zu spüren bekommen. Dabei ist Stress neutral betrachtet gar nichts Schlechtes, sondern vielmehr ein Spannungszustand – eine unspezifische Reaktion des Körpers an eine Anforderung. In meinem Fall, die Anforderung diesen Blog zu schreiben. Um welche Art von Stress handelt es sich hier eigentlich? Die Frage klopft in meinem Bewusstsein an. Ich kenne vier Ebenen auf denen Stressoren auszumachen sind:

 

Die physische Ebene

Hier geht es eher um körperliche Belastungen. Abgesehen davon, dass es mich nervt lang anhaltend unproduktiv auf meinem Stuhl zu sitzen, ist diese Ebene aktuell nicht mein Stressor.

 

Die hormonell-vegetative Ebene

Pubertät und Schwangerschaft habe ich hinter mir. Schilddrüsenerkrankungen kann ich ausschließen. Eventuell stecke ich in den Anfängen der Wechseljahre, aber bezogen auf meinen Blog, scheine ich auch in dieser Ebene, auf der Suche nach meinem Stressor, nicht fündig zu werden.

 

Die psychische Belastung

Trauer, Schmerz und sorgenvolle Gedanken kenne ich. Auch Lebenskrisen gab es so die ein oder andere zu meistern. Aktuell ist jedoch keine Krise in Sicht. Vielmehr bin ich glücklich, vom Leben erfüllt und fühle mich geborgen. Also werde ich in der nächsten Ebene nach meinem Stressor suchen müssen.

 

Negative Gedanken

Sei perfekt! Beeil Dich! Streng Dich an! Mach es allen recht! Sei stark!

Aha! Wer kennt sie nicht, unsere inneren Antreiber. Während ich alle fünf laut ausspreche, spüre ich wie mein Unterbewusstsein leicht ins Beben gerät.

 

Was sind Stress machende negative Gedanken?

 

Noch während ich über meine inneren Antreiber nachdenke und zu erfassen versuche, was sie mit meinem Stressempfinden hinsichtlich dieses Blogs zu tun haben, drängt sich ein neuer Gedanke in mein Bewusstsein: Was habe ich schon zu sagen? Wer bin ich schon, dass ich glaube den Menschen etwas erzählen zu können? Diese beiden Gedanken kommen mir verdächtig bekannt vor. Sie haben sich in den letzten Wochen mehrfach in meinem Kopf herum getrieben und mich völlig ausgebremst. 

In meinem Fall sind die Stressoren also keine Antreiber, sondern im Unterbewusstsein verankerte Glaubenssätze. Sie sind ebenso wie Identitäten und Erwartungshaltungen, alte mentale Programme, die ihren Ursprung meist in Kindheitssituationen und frühkindlichen Entscheidungen haben. Doch auch wenn sie alt sind, sind sie heute nicht unbedeutend. Der deutsche Medizinsoziologe Ronald Grossarth-Maticek, hat in wissenschaftliche Untersuchungen nachgewiesen, dass unser aktuelles Erleben, Denken und Verhalten zu 80 Prozent von diesen veralteten mentalen Programmen gesteuert wird bzw. sich diese unwohlerzeugend und leistungshemmend auf unser Tun auswirken 

Dr. Dietmar Friedmann, Begründer der ILP (integriert lösungsorientierter Psychologie) als Coachingmethode, geht davon aus, „…, dass es nicht die traumatischen Erlebnisse des Kindes sind, die später den Erwachsenen einschränken. Es sind vielmehr die Schlussfolgerungen, die das Kind daraus gezogen und die Entscheidungen, die es getroffen hat. Sie sind als Programme gespeichert, stabil verankert und eingeübt.“

 

Negative Gedanken und Glaubenssätze können krank machen!

 

In der Medizin, Psychologie und Psychotherapie weiß man mittlerweile um die krank machende Wirkung von negativen Gedanken. Mein Verstand sucht im Alltag permanent nach der Bestätigung negativer Glaubenssätze und verstärkt damit unbewusst destruktive Verhaltensweisen. Habe ich dem nichts entgegen zu setzen, im Sinne von Reflektion, Transformation und Auflösung, wirken diese negativen Gedanken zuerst in meiner Psyche und können dann langfristig somatische (körperliche) und psychosomatische Beschwerden hervor rufen. Ich kenne aus Gesprächen mit meinen Klienten, aber auch aus persönlichen Erfahrungen einige davon: 

  • Verspannungen, bevorzugt im Schulter/Nacken Bereich
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Ein- und Durchschlafprobleme
  • Antriebslosigkeit, depressive Verstimmungen
  • Innere Unruhe und Anspannung
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit
  • Stimmungsschwankungen und Gereiztheit
  • unspezifische Ängste und das Gefühl gestresst zu sein

 

Mein liebevoller und versöhnlicher Umgang mit negativen Glaubenssätzen

 

In vielen Jahren der Persönlichkeitsentwicklung, im Rahmen meiner Ausbildungen, in vielfältigen Selbsterfahrungen und auch als Schulleiterin der ILP Fachschule Stuttgart habe ich mich häufig mit meinen Glaubenssätzen auseinander setzen dürfen. Eine Vielzahl konnte ich identifizieren, einige konnte ich transformieren oder auflösen und eine ganze Reihe habe ich lieb gewonnen. Ja, tatsächlich lieb gewonnen!

 

„Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.“ Buddha

 

Die buddhistische Lehre geht davon aus, dass bereits das wiederholte Erkennen sowie das urteilsfreie Annehmen und Beobachten von negativen Gedanken, diese langfristig in ihrer Wirkung abschwächt. Meine wiederholten Aufenthalte im buddhistischen Kloster „Buddhas Weg“  in Siedelsbrunn, kommen mir in den Sinn. Eine erste Erfahrung dort, machte ich im Rahmen eines Seminares welches ich als Teilnehmerin besuchte. Seither fahre ich regelmäßig in dieses Kloster, um zu entspannen, mich wieder zu „erden“ und zu neuen Kräften zu kommen. Der besondere Spirit des Hauses ist unglaublich! 

 

Nicht alle Glaubenssätze sind schlecht

 

Eine wichtige Erkenntnis konnte ich in Momenten der Stille und Meditation abrufbar und greifbar in mein Bewusstsein holen: nicht alle Glaubenssätze sind schlecht! Ich habe zum Beispiel einen sehr nützlichen und Kraft schenkenden Glaubenssatz. Ich bin seit meiner frühesten Kindheit überzeugt davon, alle Lebenskrisen meistern zu können, weil ich mit einem unerschöpflichen Vorrat an Resilienz ausgestattet bin. In meinen frühen Erinnerungen an diesen Glaubenssatz gab es das Wort Resilienz noch gar nicht. Dies ist eher neuzeitlich. Früher verwendete ich schlichtweg das Wort Kraft stattdessen. Und nun ratet mal, ich habe meine Lebenskrisen mit Bravour gemeistert. Und derer gab es viele. So viele, dass ich oft gefragt werde, woher ich diese Kraft nehme. 😉

Wie ich negative Gedanken und Glaubenssätze transformiere

 

Resultierend aus dieser positiven Erfahrung begegne ich allen meinen Glaubenssätzen und negativen Gedanken erst einmal offen, dankbar und annehmend. Erst in einem zweiten Schritt hole ich sie direkt in mein Bewusstsein, hinterfrage den Wahrheitsgehalt und das Gewicht des gerade gültigen Satzes. Oft schreibe ich mir diese Sätze auf, sobald sie in mein Bewusstsein gelangt sind. Dann demontiere ich sie. Das mache ich gern handschriftlich. Folgende Fragen helfen mir dabei:

 

  • Stimmt dieser Gedanke wirklich?
  • Welchen Nutzen hat dieser Gedanke?
  • Welche ursprünglich positive Energie verbirgt sich in diesem Gedanken? (Diese Frage bedarf einer gewissen Übung oder Anleitung durch einen erfahrenen Coach)
  • Wie sieht der Gedanke nach einem Perspektivenwechsel aus? z.B. könnte ich fragen: „Was würde mein/e Partner*in, meine beste Freundin, meine Eltern dazu sagen?“

Ein Schmunzeln huscht über mein Gesicht. Meine mich fordernden und fördernden, mir  liebsten Menschen haben in der Vergangenheit immer wieder angeregt, ich solle über meine Erfahrungen schreiben. Sie haben sicher gar keine Zweifel daran, dass ich einen ganz wunderbaren und wertvollen Blog schreiben könnte. Meine mich blockierenden Gedanken würden sie nicht sehen. Und recht haben sie!

 

Kraft schöpfen aus Ausnahmen in der Vergangenheit

 

So viele Dinge konnte ich in meinem Leben erfolgreich meistern. Ich habe als alleinerziehende Mutter eines Sohnes mit Pflegegrad II, eine gut gehende Praxis aufgebaut. Ich habe unzählige Menschen durch Veränderungsprozesse und auf dem Weg zur Gesundung begleiten dürfen. Meine Arbeit wird  wertgeschätzt. Und seit Neuestem darf ich meine vielfältigen Erfahrungen im Rahmen einer einjährigen Ausbildung zum ILP Coach/psychologischem Berater weitergeben. Das positive Feedback meiner Teilnehmer*innen zeigt mir, dass meine Erfahrungen, mein Wissen und meine Meinung gefragt und wertvoll sind. Offensichtlich habe ich doch wichtige und gehaltvolle Dinge zu sagen. J

In meiner Coachingpraxis arbeite ich sehr gerne mit meinen Klienten*innen an ihren ganz individuellen „Ausnahmen“. Ausnahmen sind Beispiele für gemeisterte Herausforderungen. In ihnen liegen individuelle Lösungsstrategien verborgen, die es gilt ins Bewusstsein zu holen. Der Klient kann sich fragen:

 

  • Wann konnte ich in meinem Leben eine ähnliche Herausforderung meistern?
  • Was war da anders?
  • Wie konnte mir das gelingen?
  • Was habe ich dazu beigetragen?

 

Und plötzlich gibt es einen ersten Blogbeitrag

 

Während ich noch über meine eigenen Ausnahmen nachdenke, kommen meine Gedanken zurück auf meine beiden mich blockierenden Glaubenssätze. Und während ich sie hier auf meinem Papier anschaue, wird mir bewusst, dass ich soeben meinen ersten Blogbeitrag geschrieben habe. Verrückt, wie leicht es jetzt doch ging. Ich jubel innerlich!!

 

Bewusst und mit einem Gefühl von Genugtuung zerreiße ich den kleinen Zettel auf welchem ich meine beiden mich blockierenden Glaubenssätze notiert habe. Ich verspüre Dankbarkeit. Dankbarkeit für meine Neugier und meine Kraft. Dankbarkeit für all das wertvolle Wissen welches ich mir angeeignet habe. Und Dankbarkeit für die Vielzahl an Lehrmeistern, die meinen Lebensweg bis hierher begleitet haben. Das Leben ist wundervoll und bunt. Und so soll zukünftig dieser Blog sein!

 

Wie du mit negativen Gedanken umgehen kannst

 

Damit dein Leben erfüllt und bunt sein kann, macht es Sinn sich bewusst mit negativen Gedanken auseinander zu setzen. Ihnen auf die Spur zu kommen und sie auszuschalten ist Seelenhygiene und ebenso wichtig und wertvoll, wie Zähne putzen, duschen und Haare kämmen. Folgendermaßen kannst du in der Auseinandersetzung mit deinen Gedanken vorgehen:

 

  • Halte einige Male am Tage inne und überlege wie deine Gedanken bis hierhin waren. Warst du fröhlich und optimistisch gestimmt oder hast du dich geärgert, hattest Zweifel oder gar Ängste?
  • Konntest du negative Gedanken ausmachen, so halte sie fest. Eine Notiz auf einem Blatt Papier, eine Audioaufnahme mit der Diktierfunktion deines Handys. Überlege dir etwas.
  • Reflektiere deine Gedanken am Abend. Schau sie dir genau an. Was steckt dahinter? Äußere Einflüsse? Ein konkretes Ärgernis? Oder vielleicht doch tief sitzende Glaubenssätze?

Tipp: Glaubenssätze lassen sich gut daran identifizieren, dass sie dir bekannt vorkommen. Sie haben schon öfter unwohlerzeugend und hemmend aus dem Unterbewussten gewirkt. Stell dir einen Eisberg vor. Zehn Prozent davon können wir sehen. Sein größter Teil liegt jedoch im Verborgenen unter der Meeresoberfläche. So sieht die Verteilung deines Bewusstseins und deines Unterbewusstseins aus. Glaubenssätze schlummern tief im Unterbewussten. Um sie wirksam und langfristig auszuschalten, zu transformieren, auszusöhnen empfehle ich die Begleitung durch einen erfahrenen Coach.

  • Sind deine negativen Gedanken auf äußere Einflüsse zurück zu führen, dann überlege dir Strategien, wie du diese verändern kannst. z.B. schaue und höre keine Nachrichten, mach einen großen Bogen um dauerhaft negative Menschen etc.
  • Übe dich in Dankbarkeit! Sei dankbar für alles was du bereits geschafft und geschaffen hast. Mache dir diese Dinge immer wieder bewusst. Erfreue dich an schönen Dingen und halte bewusst nach ihnen Ausschau.

 

Ein letztes Wort

 

Jetzt bin ich furchtbar neugierig, welche Erfahrungen du im Alltag mit negativen Gedanken und Glaubenssätzen machen durftest. Wenn du magst, schreibt mir etwas über deine Erfahrungen:

  • Welche negativen Gedanken oder Glaubenssätze kennst du aus deinem Leben?
  • Hast du Strategien für einen Umgang damit?

Lass mich an deinen Erfahrungen teil haben und wenn du magst, lasst mir ein kurzes Feedback hier. Außerdem würde ich mich freuen, wenn du mir auf FB und Instagram folgen würdest. Sei herzlich eingeladen!

Herzlichst deine Konstanze

 

Kontakt

aufWERTs - Konstanze Nord
Telefon: 07143/3812348
konstanze.nord@aufWERTs.de

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